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Untertisch-Wasserfilter: Festeinbau für sauberes Leitungswasser

Untertisch-Wasserfilter sind die Königsklasse unter den Haushalts-Wasserfiltern – zumindest wenn man Filterleistung und Alltagstauglichkeit kombiniert betrachtet. Sie werden fest unter der Spüle installiert, filtern das Wasser direkt aus der Leitung und liefern auf Knopfdruck sauberes Trinkwasser. Kein Umfüllen, kein Warten, kein Platzverschwendung auf der Arbeitsplatte.

In diesem Ratgeber erfährst du alles über Untertisch-Wasserfilter: Wie sie funktionieren, welche Einbauvarianten es gibt, welche Hersteller empfehlenswert sind und ob sich die Investition gegenüber einer einfacheren Filterlösung lohnt.

Was ist ein Untertisch-Wasserfilter?

Ein Untertisch-Wasserfilter ist ein fest installiertes Filtersystem, das unter der Küchenspüle im Unterschrank montiert wird. Er wird direkt an die Kaltwasserleitung angeschlossen und filtert das Wasser beim Durchfließen. Das gefilterte Wasser kommt entweder über einen separaten Filterhahn oder über eine 3-Wege-Armatur, die den normalen Wasserhahn ersetzt.

Im Gegensatz zu Tischwasserfiltern arbeiten Untertisch-Systeme mit deutlich höherem Druck. Das Wasser wird durch den Leitungsdruck (typisch 2–6 bar) durch den Filter gepresst. Dadurch können wesentlich feinere Filtermedien eingesetzt werden – insbesondere Aktivkohleblöcke mit Porengrößen unter 1 Mikrometer. Das Ergebnis: Eine erheblich bessere Schadstoff-Entfernung als bei jeder Filterkanne.

Gut zu wissen: Ein Untertisch-Wasserfilter verändert nicht den Wasserdruck an deinem Hahn. Die Durchflussrate liegt bei den meisten Systemen zwischen 1 und 3 Litern pro Minute – schnell genug für den normalen Küchenalltag.

Einbauarten: Filterhahn vs. 3-Wege-Armatur

Bei Untertisch-Wasserfiltern gibt es zwei grundsätzliche Einbauvarianten. Die Wahl hängt von deinem Budget, deiner Wohnsituation und deinen optischen Ansprüchen ab:

Variante 1: Eigener Filterhahn

Ein kleiner, separater Wasserhahn wird neben dem bestehenden Hahn auf der Arbeitsplatte oder in der Spüle montiert. Dafür brauchst du ein zusätzliches Bohrloch (meistens 12 mm Durchmesser). Der Filterhahn liefert ausschließlich gefiltertes Wasser. Der bestehende Wasserhahn bleibt für normales Warm- und Kaltwasser (Spülen, Abwaschen) bestehen.

Vorteile: Günstiger (kein Armaturentausch), einfacher Einbau, klare Trennung zwischen gefiltertem und ungefiltertem Wasser.

Nachteile: Zusätzliches Bohrloch nötig, zweiter Hahn nimmt Platz ein, optisch nicht immer ideal.

Variante 2: 3-Wege-Armatur

Eine 3-Wege-Armatur ersetzt den vorhandenen Wasserhahn komplett. Sie hat drei Kanäle: Kaltwasser (ungefiltert), Warmwasser und gefiltertes Kaltwasser. Per Hebel oder Drehknopf wechselst du zwischen gefiltert und ungefiltert. Von außen sieht es aus wie ein normaler, hochwertiger Wasserhahn.

Vorteile: Optisch elegant, kein zusätzliches Bohrloch, nur ein Hahn für alles, Rückbau beim Auszug möglich.

Nachteile: Teurer (Armatur kostet 100–300 Euro zusätzlich), Einbau aufwändiger, nicht jede Armatur passt zu jeder Spüle.

Für Mieter: Wenn du als Mieter keinen dauerhaften Eingriff in die Küche vornehmen willst, kann ein Auftisch-Wasserfilter die bessere Wahl sein. Falls du dich für einen Untertisch-Filter entscheidest, ist die 3-Wege-Armatur mieterfreundlicher – beim Auszug baust du einfach die Originalarmatur wieder ein.

Hersteller im Vergleich: Carbonit, Alvito, Alb Filter & riva

Der deutsche Markt für Untertisch-Wasserfilter wird von vier Herstellern dominiert, die alle hochwertige Produkte anbieten. Hier ein Überblick:

Carbonit

Carbonit ist der bekannteste deutsche Hersteller von Aktivkohleblock-Filtern. Das Unternehmen aus dem Saarland produziert seine Filterpatronen in Deutschland und gehört zu den Pionieren der Trinkwasserfilterung. Die bekanntesten Modelle sind der Carbonit Vario (Einstiegsmodell) und der Carbonit DUO (Zwei-Stufen-Filtration). Die NFP-Filterpatronen von Carbonit gehören zu den am besten getesteten auf dem Markt – unser Untertisch-Filter Test geht darauf genauer ein.

Alvito

Alvito ist ein deutscher Hersteller, der sich auf naturnahe Wasserfilterung spezialisiert hat. Neben klassischen Aktivkohleblock-Patronen bietet Alvito auch sogenannte ABF-Patronen (AquaNEVO Belebungsfilter) an, die das Wasser zusätzlich „beleben“ sollen. Alvito-Filter werden über spezialisierte Online-Shops vertrieben und haben eine treue Kundenbasis im ökologisch orientierten Segment.

Alb Filter

Alb Filter ist ein jüngeres deutsches Unternehmen aus Baden-Württemberg. Die Alb Filter unterscheiden sich optisch deutlich von der Konkurrenz: Das moderne, kompakte Gehäuse mit transparentem Deckel sieht ansprechend aus, auch wenn der Filter einmal sichtbar sein sollte. Alb Filter bietet verschiedene Filterstufen an – vom Basis-Trinkwasserfilter bis zum PFAS-Spezialfilter.

riva Filter

riva Filter positioniert sich im Premium-Segment. Die Filter aus dem Schwarzwald setzen auf ein mehrstufiges Filtersystem und sprechen gesundheitsbewusste Kunden an. riva bietet auch Duschfilter und Reisefilter an. Die Untertisch-Systeme von riva zeichnen sich durch hochwertige Verarbeitung und eine längere Filterstandzeit aus.

Vergleichstabelle der Hersteller

Kriterium Carbonit Vario Alvito ABF Alb Filter Duo riva Filter Multi
Preis (Grundset) ca. 90–130 € ca. 110–160 € ca. 130–180 € ca. 180–280 €
Filterpatrone (Ersatz) ca. 35–50 € ca. 40–55 € ca. 35–60 € ca. 50–70 €
Wechselintervall 6 Monate 6 Monate 6 Monate 6–12 Monate
Filtertechnologie Aktivkohleblock Aktivkohleblock + Belebung Aktivkohleblock + Hohlfaser Mehrstufen-System
Chlor-Reduktion sehr gut (>99%) sehr gut sehr gut sehr gut
Schwermetalle sehr gut gut sehr gut sehr gut
PFAS-Reduktion teilweise teilweise gut (mit Spezialfilter) gut
Bakterien-Rückhalt nein nein ja (Hohlfaser-Stufe) teilweise
Durchflussrate ca. 2 L/min ca. 2 L/min ca. 1,5 L/min ca. 2 L/min
Made in Germany ja ja ja ja

Filtertechnologien im Detail

Untertisch-Wasserfilter nutzen verschiedene Filtermedien, oft auch in Kombination. Hier die wichtigsten Technologien:

Aktivkohleblock

Der Aktivkohleblock ist das Herzstück der meisten Untertisch-Filter. Im Gegensatz zum losen Granulat in Filterkannen handelt es sich um einen fest gepressten Block aus Aktivkohle. Die Porengröße liegt typisch bei 0,45 bis 10 Mikrometer – deutlich feiner als bei Granulat. Ein Aktivkohleblock entfernt zuverlässig Chlor, organische Verbindungen, viele Pestizide, Medikamentenrückstände und Schwermetalle wie Blei und Kupfer.

Hohlfasermembran

Hohlfasermembranen bestehen aus dünnen, hohlen Kunststofffasern mit Poren von etwa 0,1 bis 0,2 Mikrometer. Sie filtern Bakterien, Zysten und größere Partikel mechanisch aus dem Wasser. In Kombination mit einem Aktivkohleblock bieten sie einen besonders breiten Schutz. Diese Technologie wird zum Beispiel bei Alb Filter eingesetzt.

Keramikfilter

Keramikfilter verwenden eine poröse Keramikstruktur mit sehr feinen Poren (typisch 0,2–0,5 Mikrometer). Sie sind besonders langlebig, da die Keramik-Oberfläche gereinigt und wiederverwendet werden kann. Keramikfilter hält Bakterien, Sediment und Trübung zurück, entfernen aber keine gelösten Stoffe wie Chlor oder Schwermetalle. Deshalb werden sie meist in Kombination mit Aktivkohle eingesetzt.

Installation: Mieter vs. Eigentümer

Die Installation eines Untertisch-Wasserfilters ist einfacher als viele denken. Trotzdem gibt es je nach Wohnsituation unterschiedliche Überlegungen:

Als Eigentümer

Du hast freie Hand. Die Installation eines Untertisch-Filters mit 3-Wege-Armatur ist eine sinnvolle Investition, die den Wohnkomfort dauerhaft erhöht. Du kannst ein Bohrloch für einen separaten Filterhahn setzen oder die Armatur komplett tauschen. Die meisten Systeme lassen sich mit einfachem Werkzeug (Bohrmaschine, Schraubenschlüssel) in 30 bis 60 Minuten einbauen.

Als Mieter

Hier ist Vorsicht geboten. Ein Bohrloch in der Arbeitsplatte für einen separaten Filterhahn ist ein dauerhafter Eingriff, den du mit dem Vermieter absprechen solltest. Die bessere Alternative für Mieter:

  • 3-Wege-Armatur: Du tauschst die vorhandene Armatur gegen eine 3-Wege-Armatur. Beim Auszug baust du die Originalarmatur wieder ein. Der Eingriff ist vollständig reversibel.
  • Alternativ: Ein Auftisch-Wasserfilter wird einfach am vorhandenen Wasserhahn angeklemmt – komplett ohne Eingriff in die Leitung.

Selbst einbauen oder Fachmann?

Die meisten Untertisch-Filter sind für den Selbsteinbau konzipiert. Du brauchst in der Regel nur einen verstellbaren Schraubenschlüssel und eventuell eine Bohrmaschine (für den Filterhahn). Die Hersteller liefern ausführliche Anleitungen und oft auch Video-Tutorials. Wenn du dich mit Wasser-Anschlüssen unwohl fühlst, kannst du einen Installateur beauftragen – der Einbau dauert typisch 30 bis 60 Minuten.

Kosten und Wartung

Die Kosten eines Untertisch-Wasserfilters setzen sich aus drei Faktoren zusammen: Erstanschaffung, laufende Filterpatronen und gegebenenfalls eine 3-Wege-Armatur.

Kostenrechnung über 5 Jahre

Kostenfaktor Budget-Variante Komfort-Variante
Filtersystem (einmalig) ca. 90–130 € ca. 150–280 €
3-Wege-Armatur (optional) ca. 120–300 €
Filterpatronen (5 Jahre) ca. 350–500 € ca. 350–500 €
Gesamt über 5 Jahre ca. 440–630 € ca. 620–1.080 €
Kosten pro Liter * ca. 2–3 Cent ca. 3–5 Cent

* Berechnet auf Basis von 4 Litern gefiltertem Wasser pro Tag über 5 Jahre (ca. 7.300 Liter).

Wartung im Alltag

Die Wartung eines Untertisch-Filters ist unkompliziert:

  • Filterpatrone wechseln: Alle 6 Monate (bei den meisten Herstellern). Der Wechsel dauert 2–5 Minuten: Gehäuse öffnen, alte Patrone raus, neue rein, fertig.
  • Gehäuse prüfen: Gelegentlich auf Undichtigkeiten kontrollieren – besonders nach einem Patronenwechsel.
  • Erstes Wasser ablaufen lassen: Nach jedem Patronenwechsel die ersten 5–10 Liter durchlaufen lassen, um Kohlestaub und Luft auszuspülen.
  • Nach Urlaub spülen: Stand das Wasser länger als 3 Tage im Filter, die ersten Liter ablaufen lassen.

Vor- und Nachteile von Untertisch-Wasserfiltern

Vorteile

  • Hervorragende Filterleistung: Aktivkohleblock entfernt deutlich mehr Schadstoffe als Granulat-Filter in Kannen.
  • Komfortabel: Gefiltertes Wasser direkt aus dem Hahn, kein Umfüllen, kein Warten.
  • Platzsparend: Der Filter verschwindet unsichtbar unter der Spüle.
  • Seltener Filterwechsel: Nur alle 6 Monate statt monatlich.
  • Günstig pro Liter: Auf die Nutzungsdauer gerechnet deutlich günstiger als Filterkannen.
  • Hohe Durchflussrate: 1–3 Liter pro Minute reichen für normalen Gebrauch völlig aus.

Nachteile

  • Installation nötig: Einmaliger Einbau unter der Spüle erforderlich (Leitungsanschluss, ggf. Bohrloch).
  • Höhere Anschaffungskosten: Ab 90 Euro für das Grundsystem, mit 3-Wege-Armatur ab 200 Euro.
  • Nicht mobil: Der Filter bleibt an einem Ort – Umzug erfordert Aus- und Wiedereinbau.
  • Kein Kalkschutz: Aktivkohleblock-Filter reduzieren keinen Kalk. Dafür brauchst du eine Osmoseanlage oder einen separaten Entkalkungsfilter.
  • Platz im Unterschrank: Die Filtergehäuse nehmen Stauraum unter der Spüle weg.

Häufige Fragen zu Untertisch-Wasserfiltern

Ja, in den meisten Fällen schon. Systeme mit separatem Filterhahn benötigen ein kleines Bohrloch in der Arbeitsplatte – das solltest du mit dem Vermieter absprechen. Die elegantere Lösung für Mieter ist eine 3-Wege-Armatur: Du tauschst die vorhandene Armatur, behebst alles beim Auszug und hinterlässt keine Spuren. Wenn du gar keinen Eingriff möchtest, ist ein Auftisch-Wasserfilter die Alternative.

Die meisten Hersteller empfehlen einen Patronenwechsel alle 6 Monate oder nach 5.000 bis 10.000 Litern – je nachdem, was zuerst eintritt. Das ist deutlich seltener als bei Tischwasserfiltern (monatlich). Der Wechsel selbst dauert nur wenige Minuten. Manche Hersteller bieten Abo-Modelle an, bei denen die neue Patrone automatisch zum richtigen Zeitpunkt geliefert wird.

Nein, reine Aktivkohleblock-Filter entfernen keinen Kalk. Kalk (Calcium und Magnesium) sind gelöste Mineralien, die Aktivkohle nicht binden kann. Wenn du neben Schadstoff-Filterung auch Entkalkung brauchst, benötigst du eine Osmoseanlage oder ein kombiniertes System mit zusätzlicher Enthhärtungsstufe. Lies dazu unseren Vergleich Wasserfilter-Arten im Überblick.

In puncto Filterleistung eindeutig ja. Ein Aktivkohleblock-Filter entfernt deutlich mehr Schadstoffe als das lose Aktivkohle-Granulat in einer Filterkanne – darunter Medikamentenrückstände, Mikroplastik und teilweise PFAS. Außerdem ist ein Untertisch-Filter komfortabler (direkter Zugang am Hahn) und auf Dauer günstiger pro Liter. Der Nachteil: Höhere Anschaffungskosten und einmaliger Installationsaufwand.

Nicht unbedingt. Die meisten Systeme sind für den Selbsteinbau konzipiert. Du brauchst typisch einen verstellbaren Schraubenschlüssel und eventuell eine Bohrmaschine. Die Hersteller liefern ausführliche Anleitungen und oft Video-Tutorials. Wenn du dich unsicher fühlst, kannst du einen Installateur beauftragen – rechne mit ca. 50–100 Euro für den Einbau.